Wer sind die Täter?

Interessante Zahlen, Daten und Fakten zur Täterbeschreibung

ACHTUNG: den typischen Täter gibt es nicht. Jede Tat hat ein unterschiedliches Motiv, Täter:innen handeln aus Affekt oder durch verlockende Gelegenheiten. Hier haben wir Ihnen jedoch eine kleine, statistisch belegte Übersicht erstellt, die aus allen bekannten Taten ermittelt wurden. Die Quellenangaben finden Sie unterhalb der Fakten.

 

  • 77,4 % (RLP 79,9 %) aller Einbrecher:inn in Deutschland sind älter als 21 Jahre, der Rest unter 14 bis 21 Jahre.
  • 27,5 Jahre ist das Durchschnittsalter aller Täter:innen.
  • 181 Täter oder Mittäter waren unter 14 Jahre(2019)
  • 40 % (RLP 37 %) aller Einbrüche werden von Ausländern, 60 % (RLP 63 %) von Deutschen bzw. Eingebürgerten Mitbürgern verübt.
  • Der ausländische Täteranteil setzt sich i. d. R. aus Banden und reisenden Gruppierungen zusammen; meist aus Osteuropa.
  • 86,3 % aller Einbrüche werden von männlichen Tätern begangen.
  • 66 % der Täter:innen sind verheiratet.
  • 58 % der Täter:innen sind arbeitslos, etwa 19 % sind berufstätig.
  • Die meisten Taten werden nicht alleine sondern mit Komplizen ausgeführt.
  • > 40 % aller Täter:innen stammen aus dem Bekannten- oder Freundeskreis (!) der Betroffenen.
  • 62 % aller Einbrüche werden nachts verübt.
  • 17,6 % aller Einbrüche werden freitags verübt, nur 9,6 % sonntags.
  • 94,2 % aller Einbrüche werden an Einfamilienhäusern und Mehrfamilienhäusern verübt.
  • 56 % aller Einbrüche werden mit mechanischer Gewalt an Fenstern und Türen vollzogen (gekippte Fenster, Aufhebeln, Glasbruch, Aufbohren von Schließzylindern).
  • 42 % aller durch mechanische Einwirkung verübte Einbrüche finden mit einem einfachen Schraubenzieher statt.
  • 57 % der durchschnittlichen Beute bestehen aus Schmuck und Uhren, 48 % aus Bargeld, aber auch hochwertige Geräte werden zunehmend entwendet.
  • Gelegenheitseinbrecher sind der häufigste Tätertyp. Profi- und Beschaffungstäter:innen planen jedoch die Tat langfristiger.

 

Quellen: 180-grad.de, GDV, Polizei - Dein Partner, BKA, Ideal-Versicherung.de

Wie brechen Täter in Ihr Haus ein?

Mit welchen Methoden verschaffen sich Täter unerlaubten Zutritt?

  1. Aufhebeln ist die beliebtest Methode - schnell, unauffällig, leise.
  2. Durchstechen der Gummidichtung bei Fensterglas ermöglicht das Erreichen von Fenster- oder Türgriffen.
  3. Wegstemmen von Tür-Profil-Zylindern - sind die erst einmal aufgebrochen, lassen sich Türen / Fenster ohne Widerstand öffnen.
  4. Glasbruch mit Durchgreifen - prädestiniert bei Einfachverglasungen.
  5. Kreditkarten-Methode - auch Flipper-Methode genannt - mit einer Plastikarte lassen sich die Schnapper von Türen wegdrücken und unverschlossene Türen öffenen.
  6. Dach-Einstieg - wenn möglich ist auch die Dachluke ein perfekter Einstieg für fähige Einbrecher.
  7. Picking - oft im Kino gesehen werden mit feinem Werkzeug Zuhaltestifte im Schloss entriegelt und die Tür öffnet sich. Dies ist eine sehr seltene Einbruchsmethode, da man eine relativ teure Ausstattung benötigt und es u. U. sehr zeitaufwändig ist.

Welche Muster sind erkennbar und worauf Sie achten können

  • Täter:innen sind meist ortsansässig und begehen die Straftat im Rahmen einer Beschaffungskriminalität.
  • Täter:innen spähen systematisch die Gewohnheiten der Bewohner aus.
  • Die meisten Einbrüche finden statt, wenn niemand zu Hause ist. Nicht nur der Urlaub, sondern kurze Abwesenheit, ein kurzweiliger Einkauf oder eine unbedeutende Unaufmerksamkeit sind förmlich reinste Einladungen für Einbrecher:innen.
  • Auch sehr viele Straftaten werden leise und auch bei Anwesenheit der Bewohner begangen.
  • Die frühe Dämmerung der kalten Jahreszeiten wird statistisch gesehen am häufigsten für Hauseinbrüche genutzt, da die Dunkelheit vor Zeugen schützt und so Geräusch oft nicht zugeordnet werden können.
  • Viele Einbrecher:innen sind Gelegenheitstäter:innen, versuchen möglichst einfach und schnell in ein Haus oder Wohnung einzudrungen - mit einfachen, mobilen und leichten Hilfsmittel.
  • Täter:innen benötigen sehr oft nur wenige Sekunden, um sich Zutritt zu einem Haus oder Wohnung zu verschaffen, wenn keine einbruchhemmenden Fenster oder Türen verbaut wurden.
  • Nur zugezogene Türen oder auf Kipp gestellte Fenster stellen für Einbrecher:innen keinerlei Hindernis dar.
  • Sind Ihnen an Ihrer Haustür eigenartige und untypische Gegenstände aufgefallen? Diese verwenden Einbrecher häufig, um versteckt ihren "Kollegen" zu signalisieren, "hier ist was zu holen!".
  • Sogenannte Gaunerzinken oder Einbruchszeichen werden von organisierten Banden oft als Zeichen verwendet, die jeweilige Einbruchschancen mit einfachen Symbolen am Haus kennzeichnen. Diese nehmen in Rheinland-Pfalz und Hessen aktuell drastisch zu. Sollten Sie eines an Ihrer Immobilie entdecken, nehmen Sie bitte Kontakt mit Ihrer lokalen Polizeibehörde auf. Einige Zeichen zeigen wir weiter unten; selbstverständlich gibt es viele weitere Zeichen, da jede Bande anders untereinander kommuniziert.

Gaunerzinken - Zeichensprache der Einbrecher

Hier sehen Sie 4 Beispiele, wie Einbrecher Häuser kennzeichnen. Die Bedeutungen sind häufig unterschiedlich und sind so vielfältig, wie die kriminelle Energie der Straftäter.